Schätzung von Stromkosten für die Heizanlage.

Die als Teil der Heizkosten abzurechnenden Stromkosten für die Heizungsanlage können geschätzt werden, wenn gesonderte Zähler dafür nicht vorhanden sind. Bestreitet der Mieter den vom Vermieter angesetzten Betrag, hat dieser die Grundlagen seiner Schätzung darzulegen.

Urteil vom 20.02.2008 des BGH Karlsruhe, Aktenzeichen: VIII ZR 27/02

Der Vermieter hatte den Kostenanteil für den Strombedarf der Heizungsanlage geschätzt und mit 5% der abgerechneten Energiekosten angenommen. Erläuterungen, wie er darauf kam, hat er nicht aufgeführt.

Moderne Heizungsanlagen verbrauchen Strom zum Beispiel für Ölpumpen, Brenner, Regelungsanlagen, Kompressoren, Zeitschaltuhren, Elektrische Umwälzpumpen, Elektrisch arbeitende Wärmefühler usw.

Sofern ein separater Stromzähler für die Heizanlage vorhanden ist, muss dieser auch für die Berechnung herangezogen werden. In vielen Fällen ist jedoch ein solcher separater Zwischenzähler nicht installiert. Da der Stromverbrauch mit dem Betrieb der Heizanlage zusammenhängt, kann er nach Erfahrungswerten mit 3 bis 6 % angenommen werden.

Alternativ kann der Stromanteil auch errechnet werden: Stromverbrauchswert der angeschlossenen Geräte, multipliziert mit der 24stündigen Laufzeit je Tag, multipliziert mit der Anzahl der Heiztage, multipliziert mit dem Strompreis je KWh.