§ 5 Ausstattung zur Verbrauchserfassung

§5 Ausstattung zur Verbrauchserfassung

(1) Zur Erfassung des anteiligen Wärmeverbrauchs sind Wärmezähler oder Heizkostenverteiler, zur Erfassung des anteiligen Warmwasserverbrauchs Warmwasserzähler oder andere geeignete Ausstattungen zu verwenden. Soweit nicht eichrechtliche Bestimmungen zur Anwendung kommen, dürfen nur solche Ausstattungen zur Verbrauchserfassung verwendet werden, hinsichtlich derer sachverständige Stellen bestätigt haben, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen oder dass ihre Eignung auf andere Weise nachgewiesen wurde. Als sachverständige Stellen gelten nur solche Stellen, deren Eignung die nach Landesrecht zuständige Behörde im Benehmen mit der Physikalisch Technischen Bundesanstalt bestätigt hat. Die Ausstattungen müssen für das jeweilige Heizsystem geeignet sein und so angebracht werden, dass ihre technisch einwandfreie Funktion gewährleistet ist.

Obige Ausführungen beschreiben die technischen Anforderungen an zugelassene Erfassungsgeräte. Zugelassen sind für den Bereich Heizung:

  • Wärmezähler (Wärmemengenzähler)
  • Heizkostenverteiler (Verdunstungsgeräte oder elektronische Verteiler)

 

Heizkostenverteiler (Verdunstungsgeräte oder elektronische Verteiler) unterliegen nicht dem Eichgesetz, da sie keine gesetzlichen Maßeinheiten wie zum Beispiel Kilowattstunden anzeigen, sondern nur prozentuale Anteile am Gesamtenergieverbrauch.

Diese Erfassungsgeräte müssen von den entsprechenden Stellen zugelassen sein. Bei dieser Zulassung werden die in den DIN-Normen gestellte Anforderungen für das zuzulassende Gerät geprüft. Sind diese Anforderungen erfüllt, darf das Gerät auf dem freien Markt verkauft und zur Abrechnung von Heizkosten eingesetzt werden. Die Zulassung ist auf dem Erfassungsgerät aufgedruckt und kann jederzeit kontrolliert werden.

Für den Bereich Wasser sind zugelassen:

  • Warmwasserzähler
  • Andere geeignete Ausstattung

 

Für Wärmemengenzähler und Warmwasserzähler ergeben sich die genau definierten Anforderungen aus dem Eichgesetz und den entsprechenden DIN-Normen. Im Fachbericht "Differenzen bei Wasser-, und Wärmezählern" erfahren Sie mehr über diese technischen Anforderungen.

Erfassungsgeräte sind für einen bestimmten Zweck geeignet und zugelassen. Sie dürfen daher auch nur Zweckgebunden eingesetzt werden. Es muss die technisch einwandfreie Funktion gewährleistet sein.

Beispielsweise haben Verdunstungsheizkostenverteiler bestimmte Grenzen, innerhalb dieser sie genaue Werte liefern. Bei Niedrigenergieheizungen können diese Grenzen unterschritten werden. Hier dürfen dann nur elektronische Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler verwendet werden.

Ist diese technisch einwandfreien Funktion nicht oder nicht mehr gewährleistet, kann der Wohnungsnutzer unter bestimmten Umständen von seinem Kürzungsrecht nach § 12 dieser Verordnung Gebrauch machen und dadurch auf seinen Vermieter einwirken.

Nähere Informationen wann ein Erfassungssystem angepasst werden muss, finden Sie im Fachbericht "Bestandsschutz bei Wasser- und Heizkostenverteilern".

 

(2) Wird der Verbrauch der von einer Anlage im Sinne des § 1 Abs. 1 versorgten Nutzer nicht mit gleichen Ausstattungen erfasst, so sind zunächst durch Vorerfassung vom Gesamtverbrauch die Anteile der Gruppen von Nutzern zu erfassen, deren Verbrauch mit gleichen Ausstattungen erfasst wird. Der Gebäudeeigentümer kann auch bei unterschiedlichen Nutzungs- oder Gebäudearten oder aus anderen sachgerechten Gründen eine Vorerfassung nach Nutzergruppen durchführen.

Die Werte, welche die Erfassungsgeräte liefern müssen vergleichbar sein um für alle betroffene Nutzer eine gerechte Abrechnung erstellen zu können.

Es ist nicht möglich, in einem Hauseingang Verdunstungsheizkostenverteiler und in einem (an die selbe Heizanlage angeschlossenen!) weiteren Eingang elektronische Heizkostenverteiler zu installieren und korrekt abzurechnen. Die angezeigten Werte weichen in der Regel sehr stark von einander ab und würden zu einem gemischten Preis pro Einheit führen, welcher nicht dem tatsächlichen Verbrauch entspricht - Die erstellte Abrechnung ist falsch.

Praxisbeispiel:
In der Praxis kommt es öfters vor, dass es z. B. ein Gewerbe gibt, welches mit einer Fußbodenheizung ausgestattet ist. Hier besteht die einzige Möglichkeit der Verbrauchserfassung darin, einen Wärmemengenzähler einzusetzen. Die an die gleiche Heizanlage angeschlossenen weiteren Wohnungen sind mit Verdunstungsheizkostenverteilern ausgestattet.

Der Wärmemengenzähler zeigt den Verbrauch in KWh oder MWh an - die Verdunstungsheizkostenverteilern liefern lediglich dimensionslose Verbrauchsstriche, deren Wert erst innerhalb der Abrechnung ermittelt und zugewiesen wird. Dies ist der klassische Fall einer mit unterschiedlichen Geräten ermittelten Verbrauchserfassung. Im konkreten Fall kann durch Berechnungen zwar eine Gleichheit hergestellt werden, jedoch hält diese den obigen Anforderungen der Heizkostenverordnung nicht Stand. Eine solche Abrechnung ist nicht rechtssicher - sie unterliegt dem Kürzungsrecht nach § 12 dieser Verordnung.

Lösung:
Es muss zwingend der Verbrauch der an die gleiche Heizanlage angeschlossenen weiteren Wohnungen mit einem Wärmemengenzähler als Nutzergruppe vorerfasst werden, so dass die ermittelten Verbrauchswerte vergleichbar sind. Der durch diesen Wärmemengenzähler ermittelte Verbrauch für die übrigen Wohnungen wird dann anhand der Verdunstungsheizkostenverteilern in den einzelnen Wohnungen unterverteilt.

Eine Nutzergruppentrennung kann auch bei unterschiedlich genutzten Gebäuden oder baulich unterschiedlichen Bereichen sinnvoll sein.

Zum Beispiel wenn an einem Blockheizwerk Läden, Hochhäuser und Kindergärten angeschlossen sind. Hier weicht das Nutzungsverhalten und daher der Verbrauch in der Regel stark von einander ab. Es kann auch die Wärmedämmung der einzelnen Bereiche unterschiedlich beschaffen sein, so dass einzelne Bereiche mit einer unterschiedlichen Vorlauftemperatur bedient werden müssen.

Zum aktuellen Stand der Technik können für eine Nutzergruppentrennung nur Wärmemengenzähler eingesetzt werden. Diese Geräte messen die Vor- und Rücklauftemperatur unter Berücksichtigung des durchflossenen Volumens und zeigen als Ergebnis "echte" KWh oder MWh an.